Der Künstler E. Delacroix

Delacroix`s künstlerisches Schaffen sollten sich wegen der Leidenschaftlichkeit, Monumentalität und technischen Souveränität seiner Werke einflussreich und wegweisend erweisen. Sein Einfluss auf Cezanne und Matisse etwa ist unbestritten. Bemerkenswert ist die Breite seiner Wirkung: Vertreter des Impressionismus, des Expressionismus und gar Künstler der Abstraktion um die Mitte des 20. Jahrhunderts beschäftigten sich mit seiner Maltechnik.

Er war ein Meister und Neuerer der Farben, eine Eigenschaft die für einen Maler grundlegend wenn nicht gar absolut zentral ist. Delacroix war zudem ein hervorragender Zeichner, der die Darstellung von Körpern vorbildhaft beherrschte.
Ausserhalb der Landesgrenzen hat man ihn jedoch wenig ernst genommen.

Ganzen Beitrag lesen »

Der Mensch E.Delacroix

Delacroix besass eine widersprüchliche, schillernde Persönlichkeit. Zunächst war er ein undurchschaubarer Anachronet. Einer, der sich jenseits der Masse, stolz in seine „Gegenwelt“ zurückzog. Ein instinktiver Aristokrat, ein Dichter, ein grosser Geist. Seine Beziehung zur Welt war von grundlegender Skepsis und Menschenverachtung geprägt. Es war aber nicht Eitelkeit oder Arroganz – es war die Erkenntnis eines freien Geistes, die er dem Weg der Menge vorzog. Seine Werke sind Zeugnisse dieser Erkenntnis.

Die Arbeit machte er zum unerschüttterlichen Zentrum seines Lebens: er arbeitete monatelang ununterbrochen und fertigte pausenlos Skizzen und Entwürfe an. Von seinem Liebesleben ist kaum etwas bekannt, ausser dass er sich ihm selten mehr als eine Stunde zuwendete.

Ganzen Beitrag lesen »

Thematische Schwerpunkte

Nicht nur stilistisch, auch thematisch steht Delacroix in der Tradition Michelangelos. Vergleicht man etwa Michelangelos; Das jüngste Gericht, mit Delacroix`s; Das Massaker von Chios, oder sein; Der Tod des Sardanapalus, fällt die terribilitas, die tragische Vision des Dargestellten auf.
Wahrscheinlich verbindet Delacroix mit Michelangelo eine melancholische Disposition. Delacroix dramatisiert die Abgründe jedoch noch weiter. Die Bilder zeigen eine Fülle des Grauens: Einsamkeit, Furcht und Verzweiflung, Feuer und Rauch machen Städte erdbodengleich, vergewaltigte Frauen, aufgeschlitzte Kehlen, von Pferden erdrückte Kinder.

Jenseits der Hoffnung auf Erlösung ist alles von der radikalen Verworfenheit des menschlichen Geschlechts durchdrungen. Kein Wunder, dass seine alljährlich im Pariser Salon ausgestellten Gemälde das Publikum oft mit der Massivität der gewählten Sujets schockierte.

Ganzen Beitrag lesen »